Das Ferienhilfswerk St. Ulrich Alpen

Unser Ferienhilfswerk ist ein Sachausschuss des Pfarrgemeinderates St. Ulrich Alpen und bietet in offener kirchlicher Jugendarbeit, also über religiöse, lokale und anderweitige Grenzen hinweg Ferienlager für alle Kinder und Jugendlichen im Raum Alpen-Rheinberg-Xanten an, wobei uns die Pfarrgemeinde, vor allem unser Präses und Förderer Pfarrer Heshe immer wieder unterstützt. Derzeit umfasst unser Angebot vier Ferienfreizeiten, welche altersmäßig in ein Kinder-Ferienlager, ein Teenie-Ferienlager und zwei Jugend-Ferienlager unterteilt sind.

Jedes unserer Ferienlager beruht auf vier Säulen; Betreuerteam, Lagerleitung, Küchenteam und Vorstand, der für die Jahresarbeit zuständig und verantwortlich ist. So beschäftigen sich im Jahresablauf durchschnittlich bis zu ca. 70 ehrenamtliche Mitarbeiter mit der Organisation und Durchführung der Ferienlager. Während der Freizeiten legen wir Wert auf einen hohen Betreuungs­schlüssel, denn neben den vielen organisatorischen Aufgaben vor Ort dürfen die Teilnehmer natürlich nicht zu kurz kommen. Auch bei schwierigen Situationen, die vielleicht mal auftreten können, möchten wir gerne als einfühlsame Ansprech­partner ein offenes Ohr für jedes Anliegen haben.

 

Von den Anfängen bis heute

In der Pfarre St. Ulrich, in der Gemeinde Alpen gab es in den 50er und Anfang der 60er Jahre schon eine sehr starke Pfadfinderschaft mit mehreren Ferienlagern in Österreich, und auch die Pfarrjugend St. Ulrich und die Messdienerschaft führten das eine oder andere Kinderlager durch. Aber erst 1969, durch den damaligen Jugendkaplan Hendrix initiiert, sollte das alles auf eine etwas breitere Basis gestellt werden. Man wollte bei uns im ländlichen Raum eine möglichst große Bevölkerungsschicht, dabei vor allem die vielen Kinder aus kinderreichen sozial schwachen Familien und unteren Einkommensschichten erreichen. Ziel war es, den Kindern eine erlebnisreiche, kind- und altersgerechte und erholsame dreiwöchige Ferienerholung mit dem Gemeinschaftserlebnis unter Gleichaltrigen anzubieten.

Zwar haben sich die soziokulturellen und sozialen Lebenswelten der damaligen Kinder bis heute äußerst stark verändert, aber diese eben genannten Grundziele unserer Ferienarbeit sind eigentlich immer die gleichen geblieben.

Aloha. So startete 1969 mit dem neugegründeten Ferienhilfswerk unter der Leitung von Gerold Allnoch und Theo Hoppmann das erste sagenumwobene Kinderlager auf dem Hof Kiwitz auf der holländischen Nordseeinsel Ameland. Diese Unterkunft war keineswegs ein luxuriöses Landschulheim mit gehobener Ausstattung. Dennoch war es bei aller Einfachheit für die Kinder ein Paradies, diese Kinderinsel mit Spiel, Abenteuer, Phantasie, Kreativität, Gleichklang und einer damals noch ziemlich unberührten herrlichen Naturkulisse voll Sand, Sonne und Nordseewellen. Wir waren in einem ausgeräumten, desinfizierten Kuhstall mit alten, klapprigen Feldbetten, ohne Tisch, Stuhl und Schrank, und in einem Holzschuppen als Tagesraum untergebracht, mit wenigen einfachen Wasserstellen und vorsintflutlichen Plumpsklosetts. Die Betreuer schliefen über dem Kuhstall auf dem Heuschober, damals in der brennenden Hitze eines heißen Sommers in ständiger Angst vor der Selbstentzündung des frischen, warm dampfenden Heus.

Mehr als 10 Jahre lang, bis 1979, fuhren wir mit etwa 140 8-12jährigen Kindern nach Ameland, bis wir, durch die ständig angezogene Preisschraube der nicht sehr gastfreundlichen Holländer entnervt sowie durch einen glücklichen Zufall, ab 1980 unser neues Kinderlager im frisch errichteten Selbstverpflegerhaus “Sonnedouw” in der Ferienanlage “De Brink” finden konnten.

“De Brink” in Herentals war Liebe auf den ersten Blick. Eingebettet in die karge, aber doch so anziehende Kiefern-, Sand- und Heidelandschaft “De Kempen” mit einem weitläufigen Parkgelände und gut durchdachten, sehr funktionellen Wohnkomplexen und Einrichtungen versehen, ist dieses Feriendomizil ideal für Kinder, die hier ihre motorischen, kreativen, magisch-phantasievollen Kräfte im Waldgelände, bei Nacht- und Gruppenspielen, beim Buden bauen, am Lagerfeuer, in Spiel und Sport, in der Begegnung mit den Bürgern der Stadt Herentals und Ausflügen in die belgische Kultur und Städtelandschaft auf das Schönste entfalten können.

Neben den Kinderlagern auf Ameland und in Herentals wurden gleich zu Anfang der 70er Jahre weitere Ferienlager für “Teenies”, also die 12-15jährigen, und für Jugendliche bis zu 18 Jahren, durchgeführt, zuerst noch nach Jungen und Mädchen getrennt, zu Beginn der 80er Jahre dann koedukativ. Unsere Häuser lagen und liegen, umgeben von reizvoller Naturlandschaft, in Sistrans, Ebbs, Radfeld, Trins, Waggrain und Igls in Österreich.

1986 kamen wir auf die Idee auch Ferienfreizeiten nach Südfrankreich zu organisieren, nachdem ein wunderschön gelegener Campingplatz in der Bucht von St. Tropez entdeckt wurde. Diese Ferienfreizeit für 15-17jährige in Port Grimaud hat inzwischen so etwas wie “Kultstatus” erworben, und besitzt naturgemäß einen anderen Charakter als die Lager für die Jüngeren, dennoch steht auch hier die Gemeinschaft und das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund. Zudem können die Jugendlichen von hier aus reizvolle Ausflüge in die umlegende Umgebung, mit unvergleichlich schönen Ausblicken in einer der schönsten Landschaften Europas unternehmen.

2008 startete die erste Jugendfreizeit nach Spanien. Die Costa Brava zieht uns seither mit ihrem tollen Angebot für Jugendliche an. Empuriabrava, Sant Pere Pescador, Calella und schließlich wieder Empuriabrava ab 2011 waren unsere Domizile als weiteres Angebot für Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren. Gerne verschaffen wir den Jugendlichen mit unterschiedlichen Unterkünften etwas Abwechslung, vom Zeltlager bis zu Appartementhäusern ist alles dabei. Die Ferienfreizeiten in Spanien zeichnen sich durch ihr vielfältiges Sport- und Aktivitätenprogramm aus.

In Ellemeet, an der niederländischen Nordseeküste, haben wir seit 2015 eine neue Destination für unsere Kinderfreizeit gefunden. Wir alle dürfen gespannt sein, ob an diesem Ort eine neue Tradition für die jüngste Zielgruppe des Ferienhilfswerks entstehen wird. Lassen wir uns überraschen!